Das Gasthaus Rössli ist die älteste Dorfwirtschaft von Gipf-Oberfrick und ist heute weitherum bekannt für seine Cordon-bleu und die „Metzgete“ sowie das Schüürefäscht. Das Gasthaus wird seit sechs Generationen von der Familie Hürzeler betrieben. Es ist wissenschaftlich belegt, dass der Giebel und der Dachstuhl, gebaut aus Eichenholz, aus dem Jahre 1577 stammen. Weil eine der Eichenproben noch im Besitz der Rinde war, liess sich das Fälldatum der rund 220 Jahre alten Eiche jahrgenau ausfindig machen. Die Eichen müssen 1386 gepflanzt worden sein.

Das Gasthaus zum Rössli geht auf das 18. Jahrhundert zurück und besitzt aus der Zeit um 1750/60 im Obergeschoss einen Saal mit einer reichbemalten, ländlich-spätbarocken Balkendecke. 1976 bei einer Säli-Renovation entdeckt, wurde sie unter Beizug der Denkmalpflege restauriert und steht seither unter kantonalem Denkmalschutz.

1754 vergab die österreichische Regierung das Tavernenrecht an den Oberfricker Bürger Johann Mösch. Dieser hatte sein Gesuch unter anderem damit begründet, schon seine Vorfahren hatten in dem Haus, das er jetzt von seinem Vater geerbt habe, eine Mayenwirtschaft betrieben. Nach dem Tode von Mösch ging das obrigkeitliche Wirterecht an die Familie Leubin, die das „Rössli“ offenbar bis 1825 weiterführte. Damals erwarb Viktor Hürzeler den Gasthof. In den Händen seiner Nachfahren steht das Gasthaus noch heute. Sehr wahrscheinlich war mit der Taverne ehemals auch eine Pferdewechselstation verbunden.

Das Gasthaus zum Rössli wurde in zweiter und dritter Generation von Josef Hürzeler (1827 – 1899) resp. Josef Albert Hürzeler (1859 – 1947) und ihren Ehefrauen geführt. Nachfolgend übernahm Adolf Hürzeler (1907 – 1991) das Geschäft und führte dieses gemeinsam mit seiner Ehefrau Hedwig Häfeli (1904 – 1964), welche aus der Mühle in der Gipf stammte. Aus der Ehe entstammten die Kinder Verena (1934), Josef Viktor (1935), Adolf (1936 – 1990), Alexander (1939 – 1940), Jeannette (1941) sowie die Zwillinge Urs und Elisabeth (1943).

Im Jahr 1968 übernahm Sohn Adolf (1936 – 1990) den Betrieb und führte diesen gemeinsam mit seiner Ehefrau Margrit Hürzeler-Erni (1937). Im Rössli wurde nebst der Gastwirtschaft auch Landwirtschaft betrieben. Unterstützt wurden die beiden bei ihrer Tätigkeit durch Adolf sen. Auch die fünf Kinder Julie (1963), Irma (1965), Marlise (1966), Robert (1968) sowie Josef (1969) halfen im Betrieb mit. Nach dem frühen Tod von Adolf übernahm der jüngste Sohn Josef im Jahr 1996 den landwirtschaftlichen Teil des Betriebes. Im Jahr 1999 übernahm der ältere Sohn Röbi das Gasthaus.

Mit seiner Ehefrau Claudia (1970) führt Röbi Hürzeler (1968) den Familienbetrieb in sechster Generation. Gemeinsam haben sie drei Kinder, Jessica (1994), Céline (1997) und Fabrice (2000).

An einem alten Haus wird immer wieder um- und angebaut. Hier einige grössere Umbauten und Renovationen:

1976: Renovation Saal im 1. OG, Entdeckung und Restaurierung spätbarocke Decke, welche unter Denkmalschutz gestellt wurde.

1982: Küchenum- und Anbau

1986: Ersatz Holzriemenboden in der Gaststube durch Steinboden

1989: Balken in der Gaststube werden freigeleg

1999: Einbau Wirtewohnung im ehemaligen Estrich und Oberestrich sowie Anbau Damen- und Behinderten-WC

2001: Neubau Gartenwirtschaft

2003: Die ehemaligen Schlafzimmer im 1 OG werden zu Gästezimmern umgebaut

2005: Erweiterung Kühlzellen